Haarausfall

Haarausfall bei Frauen und Männer

 
Haarausfall kann Frauen und auch Männer nahezu jeder Altersgruppe betreffen, je nach genetischer Disposition oder (insbesondere bei Frauen) anderer Ursache, deren gesicherte Diagnose oftmals ein langer Prozess mit Konsultation vieler Fachärzte vorausgeht.
 
Während die Ursache für Haarausfall bei Männern in nahezu allen Fällen schnell gefunden ist und die sogenannte androgenetische Alopezie (AGA, erblich bedingter Haarausfall) diagnostiziert werden kann, ist die Suche nach der Ursache für Haarausfall bei Frauen zumeist weitaus aufwändiger und langwieriger.
 
In einigen Fällen ist auch der Haarausfall bei Frauen erblich bedingt, die Häufigkeit ist jedoch im Vergleich zu männlichen Betroffenen als deutlich geringer belegt. Liegt aber tatsächlich eine androgenetische Alopezie vor, unterscheiden sich die ersten sichtbaren Merkmale und auch die Behandlungsformen in einigen Teilen von der Haarausfall-Ausprägung, dem Verlauf und auch den medikamentösen Behandlungsmöglichkeiten bei männlichen Betroffenen.
 
Bei männlichen Betroffenen prägen sich mehrheitlich zunächst sogenannte Geheimratsecken aus, dabei spricht man von einer beidseitig zurückweichenden Haarlinie oberhalb der Schläfen, was zunächst ein Ausdünnen der Haardichte und im weiteren Verlauf kahle Kopfhautstellen verursacht.
 
Dieses markante Merkmal zeigt sich entweder ohne oder auch bereits mit Ausdünnungen im Oberkopfbereich. Anhand des Ausfallmusters und gegenwärtigen Zustands lässt sich der Status nach Norwood-Skala festlegen, anhand derer sich auch bereits Prognosen für das Fortschreiten des Haarausfalls im individuellen Falle ableiten lassen.
 
Die ärztlich/dermatologisch empfohlene Therapie bei Haarausfall bei Männern und bei Diagnose AGA/erblich bedingter Haarausfall ist in Deutschland relativ einheitlich. Sofern angesichts der Patientenanamnese nichts dagegen spricht, wird Haarausfall bei Männern mit dem Arzneimittel Finasterid (Propecia/Tablettenform) oder mit Minoxidil (Regaine/zum Auftragen auf die Kopfhaut) therapiert. Patientenberichten auf einschlägigen Internetportalen zufolge befürworten einige Dermatologen aber auch eine Therapie mit beiden Arzneimitteln.
 
Haarausfall bei Frauen dagegen ist ein wesentlich komplexeres Thema. In einigen und vergleichsweise wenigeren Fällen liegt auch bei Frauen die androgenetische Alopezie als Ursache für den Haarausfall vor. In dem Falle bedient man sich einer anderen Verlaufsgrafik, als bei Männern – nämlich dem sogenannten „Ludwig-Schema“. Bei Frauen erlaubt der erblich bedingte Haarausfall jedoch nicht in jedem Falle eine eindeutige Zuordnung nach dem Ludwig-Schema, denn bei Frauen kommt in vielen Fällen erschwerend die Besonderheit hinzu, dass der Haarausfall unterschiedliche Verlaufsformen ausprägen kann.
 
Ebenso, wie bei männlichen Betroffenen, können sich zunächst Geheimratsecken zeigen, die auf den Beginn des erblich bedingten Haarausfalls bei Frauen hinweisen. Möglich ist jedoch auch ein diffuses Ausfallmuster, welches sich über den gesamten Oberkopf- und Seitenbereich ausweitet und lediglich den Haarkranz mit Ausdünnungen verschont. Zudem sind die dermatologisch empfohlenen Therapiemöglichkeiten eingeschränkt, da Frauen das als erfolgreich geltende Arzneimittel Finasterid (Propecia) nicht verordnet werden kann.
 
Haarausfall bei Frauen stellt oftmals besondere Herausforderungen an die Diagnosefindung. Die Diagnose „androgenetische Alopezie“ steht bei vielen Frauen am Ende einer regelrechten Ärzteodyssee und dabei nicht selten als letzte Diagnose nach mehr als einem Jahr an Facharztkonsultationen.
 
Beginnt diese „Reise“ beim Hausarzt, bei welchem sich Frauen wegen „dünner werdenden Haaren“ oder auch bereits bestehendem Haarausfall vorstellen, werden in der Regel zunächst alle organischen und hormonellen Ursachen abgeklärt. Haarausfall bei Frauen kann viele Ursachen haben, die Diagnosefindung geschieht daher in der Regel durch Ausschluss anderweitiger infrage kommender und Haarausfall auslösender Erkrankungen und durch Erhebung verschiedenster Werte.
 

Mögliche Haarausfall Ursachen bei Frauen:

 

Hormone (> Endokrinologe/Gynäkologe)

Wichtige abzuklärende Parameter: Androstendion, SHBG (Sexualhormon bindendes Globulin), LH (luteinisierendes Hormon), Prolaktin, Testosteron, DHT (Dihydrotestosteron), DHEAS (Dehydroepiandrosteronsulfat), E2 (Estradiol/Östradiol), FSH (Follikel-stimulierendes Hormon), Progesteron
 

PCO-Syndrom (> Endokrinologe/Gynäkologe)

Das PCO-Syndrom definiert eine Erkrankung, bei welcher Zyklusstörungen einen männlichen Behaarungstyp (Hirsutismus) und/oder vermehrte männliche Geschlechtshormone im Blut (Hyperandrogenämie) auslösen
 

AGS (> Endokrinologe)

Der Begriff „adrenogenitales Syndrom“ (AGS) fasst eine Gruppe autosomal-rezessiv vererbter Stoffwechselkrankheiten zusammen, die auf einer Störung der Hormonsynthese in der Nebennierenrinde basieren, die Bildung von Aldosteron und Kortisol ist abnorm
 

Funktionsstörungen der Nebenniere (> Endokrinologe)

 

Nährstoffmangel (> Hausarzt/Internist)

Wichtige abzuklärende Parameter: Eisen, Ferritin, Transferrin
Nährstoffmangel kann ebenso die Folge von akuter oder zurückliegender Bulimie oder Magersucht sein und aufgrund von Mangelversorgung Haarausfall auslösen
 

Funktionsstörung der Schilddrüse (> Endokrinologe/Radiologe)

Wichtige abzuklärende Parameter: TSH (Thyroidea stimulierendes Hormon), fT3 (freies Trijodthyronin), fT4 (freies Tyroxin), TRAK (Autoantikörper gegen den TSH-Rezeptor), Tg-AK (Autoantikörper gegen Thyreoglobulin), TPO-AK/MAK (Autoantikörper gegen thyreoidale Peroxidase)
 

Die Anti-Baby-Pille (> Gynäkologe)

Wenngleich auch für viele Frauen unverzichtbar, kann die Einnahme der Anti-Baby-Pille zu Haarausfall führen. Dem Körper werden Nährstoffe entzogen, die in Ermangelung an Fachkenntnissen in der Regel nicht explizit zugeführt werden. Darüber hinaus wird der Stoffwechsel beeinträchtigt, wodurch ein erhöhter Bedarf an Magnesium, den Vitaminen B1, B2, B6, B12, C, Folsäure und Zink besteht
 

KPU / HPU (Hausarzt/Internist)

Stoffwechsel-Erkrankungen
 

Arzneimittel (Hausarzt/Internist)

Verschiedene Arzneimitteln können im Einzelfall Haarausfall auslösen
 

Depressionen oder Stress (Hausarzt/Therapeut)

Stress und/oder depressive Phasen können Haarausfall nach sich ziehen
 
Sofern obige Krankheitsbilder ausgeschlossen werden können, verbleibt bei betroffenen Frauen in der Regel lediglich die erbliche Disposition als Haarausfall Ursache, insbesondere, wenn der Haarausfall mit einem Ausfallmuster nach dem Ludwig-Schema auftritt.
 
Die Behandlung von genetisch bedingtem Haarausfall ist bei betroffenen Frauen recht schwierig, denn die Möglichkeiten sind sehr begrenzt. Das als erfolgreich geltende Arzneimittel Finasterid (Propecia) ist zur Behandlung bei Frauen nicht zugelassen und Minoxidil in Form von Regaine kann in vielen Fällen leider nicht helfen aufgrund von Unverträglichkeiten bei Hautkontakt.

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