DHI Haartransplantation

DHI Haartransplantation, was ist das?

 
Immer wieder begegnet man beim Thema Haartransplantation einer überschaubaren Gruppe von Vertretern angeblich neuer Methoden, die im Grunde einen Wettbewerbsnachteil gegenüber anerkannten Kliniken durch eigene Innovationen ausgleichen möchten. Das Thema „DHI“ – eine Methode zur direkten Haarimplantation – trägt immer noch zur Meinungsvielfalt bei. Zeit also für eine Klarstellung, um eine unsichere Klientel von Patienten ein wenig über die Hintergründe aufzuklären.
 

Die Versprechen von DHI :

 
Einige Kliniken und Anhänger der DHI-Technik werben damit, die natürlichsten und erfolgreichsten Ergebnisse bei Haartransplantationen zu erzielen. DHI erlaube eine vollständige Kontrolle der Haarwuchsrichtung, schnelle Wundheilung, hohe Haardichten und vor allem hohe Anwuchsraten. Außerdem wird damit geworben, dass die entnommenen Haarfollikel sofort in den Empfangsbereich eingesetzt und damit unmittelbar an die Blutversorgung angeschlossen werden können.
 
Die Methode, bei der DHI zur Anwendung kommt, ist aber zunächst die allgemein unter Fachärzten für Haarchirurgie anerkannte FUE – Technik. FUE – Follicular Uni Extraction – bezeichnet im Wesentlichen den Entnahmeprozess einer modernen Haartransplantationsmethode, bei dem Haarfollikel einzeln entnommen werden. Auch bei Anwendung der DHI-Technik werden die Haarfollikel zunächst nach der anerkannten FUE-Methode entnommen. Viele Ärzte verwenden dabei inzwischen einen motorisierten Punch unterschiedlicher Hersteller, um den Arbeitsprozess zu beschleunigen oder Ermüdung vorzubeugen. Oft genug dient aber der automatische FUE-Punch auch dem Ausgleich mangelnder Praxiserfahrung beim Extraktionsprozess.
 
Klinken und Ärzte, die DHI anwenden, verweisen daher zunächst auf eine moderne Entnahmemethode, die unter allen anerkannten Ärzten im Grunde selbstverständlich ist und sich allenfalls von der früheren Streifenentnahme (Strip) abgrenzt.
 

Was passiert bei DHI? :

 
Bei der DHI Technik werden nach der Extraktion der Haarfollikel, die entweder automatisiert oder manuell erfolgt, mehrere Implantationsstifte verwendet, in die die einzelnen Haarfollikel eingesetzt werden. Die sog. DHI-Stifte, auch CHOI-Implanter
 

DHI Choi Implanter
Choi Implanter
 
genannt, besitzen eine feine Nadel an der Spitze, mit der die Öffnungen im Empfangsbereich (Haarlinie, GHE etc.) vorgenommen und zugleich die Haarfollikel eingebracht werden. Darin besteht auch schon die gesamte Innovation einer Haartransplantationstechnik, die im Grunde damit wirbt, erheblich bessere Ergebnisse zu erzielen als andere Methoden.
 

Was ist dran an den Versprechen? Gibt es tatsächlich Vorteile?

 
Zunächst ist festzustellen, dass zwischen DHI und FUE kein Gegensatz besteht, da bei der DHI Methode zunächst die Entnahme der Haarfollikel via FUE (Follicular Unit Extraction) erfolgt. Die frisch extrahierten Grafts werden nach der Extraktion zunächst wie bei jeder Haartransplantation sortiert. Anschließend werden die Haarfollikel von Hilfskräften in die Implantations Stifte eingesetzt, um damit die Kanalöffnungen im Empfangsbereich vorzunehmen und die Grafts über diesen DHI-Implanter in die Kopfhaut einzusetzen. Durch diese arbeitsteilige Methode werden zum gleichen Zeitpunkt zwei Areale am Kopf des Patienten bearbeitet: sowohl Donor (Entnahmebereich) als auch Empfangsbereich des Patienten.
 
Die Haarfollikel selbst werden dadurch für eine kürzere Zeit dem Blutkreislauf des menschlichen Körpers entzogen als bei anderen Methoden, bei denen schrittweise vorgegangen wird.
 

Die Fakten – Versprechen und Nachteile der DHI Methode

 
– Patienten unter Stress

Patienten sind durch diese Behandlungsmethode einer erhöhten Stresssituation ausgesetzt, da mehrere Bereiche zeitgleich behandelt werden. Diese müssen auch zugleich betäubt werden. Vor allem wird durch den unmittelbaren Transfer der Haarfollikel in den Empfangsbereich der Haarchirurg unnötig belastet, weil er von einem Vorgang zum anderen wechseln und die Extraktion unterbrechen muss. Üblicherweise werden die Haarfollikel daher auch von medizinischem Hilfspersonal eingesetzt, so dass dieser Prozess nicht mehr unter ärztlicher Hand erfolgt.
 
– Überlebensdauer der Grafts

Nach bisherigen wissenschaftlichen Erkenntnissen (FUE Europe) gibt es keine Anhaltspunkte dafür, dass die Überlebensdauer entnommener Grafts nachweislich absinkt, wenn sie für den gewohnten Zeitraum eines Behandlungstages sachgemäß und nach medizinischen Standards zwischengelagert werden. In den meisten Fällen ist die Extraktion für eine hohe oder niedrige Anwuchsrate bei Haartransplantationen verantwortlich. Es gibt daher keinen Anlass, den Verteilungs- bzw. Transplantationsprozess durch medizinische Hilfsmittel wie den DHI-Implanter zwingend vorzuziehen, so dass es zu einer simultanen Behandlung von Donor und Empfangsbereich kommt.
 
– Zeitintensives Behandlungsmanagement

Wenn Ärzte sowohl Extraktion als auch Implantation der Grafts (Haarfollikel) zeitgleich vornehmen, können durch den stressbedingten Wechsel erheblich weniger Grafts pro Tag verteilt werden als bei herkömmlichen Haartransplantationen. Der Zeitaufwand für eine Behandlung fällt dann erheblich größer aus. Wer auf Erfahrung und Praxis setzt, um den schwierigen Extraktionsprozess mit einem manuellen Punch durchzuführen, wird daher schnell an die Grenzen eines vernünftigen Tagesergebnis kommen. Aus diesem Grund verwenden die meisten Kliniken, die DHI anwenden, auch einen mechanischen Punch bei der Extraktion, um die Extraktion zu beschleunigen. Gleichzeitig unterstützt medizinisches Hilfspersonal arbeitsteilig den Implantationsprozess, um den Zeitverlust auszugleichen. Die dadurch möglicherweise entstehenden Kosten werden auf den Patienten umgelegt.
 
– Verletzung der Grafts durch den Implantations Stift

Bei der Einbringung der extrahierten Haarfollikel in den Implantationsstift (DHI-Implanter/Choi-Implanter) können Grafts unnötig verletzt und die Haarwurzel zerstört werden, wenn der Vorgang nicht mit äußerster Sorgfalt und Erfahrungswissen erfolgt. Dies kann Auswirkungen auf die Anwuchsrate der Grafts haben. Die DHI-Methode setzt daher langes Training und Spezialisierung voraus.
 
– Eine Glaubensfrage: Lateral-Slit oder Nadel!

Die Verwendung kleiner Nadeln zur Öffnung der Kanäle im Empfangsbereich des Patienten ist bereits seit Jahren in vielen Klinken Standard. In beiden Fällen besteht kein Unterschied bei der Wundheilung. Eher absurd erscheint die Behauptung, durch die Verwendung von DHI- bzw. Choi-Implanter würde sich die Anwuchsrate der Grafts verbessern und die Wundheilung beschleunigen. Diese vielfach aufgestellten Behauptungen gleichen eher einer guten Werbestrategie, da der Heilungs- und Regenerationsprozess der Hautschichten nicht durch Implantations Stifte beeinflusst wird.
 
Viel Praxiserfahrung, Können und eine Begabung des behandelnden Arztes sind immer die maßgeblichen Faktoren für eine erfolgreich verlaufende Haartransplantation. Daher ist es für die Anwuchsrate nicht entscheidend, ob die Grafts manuell oder durch einen DHI-Stift eingesetzt werden. Alle namhaften und erfolgreichen Haarchirurgen bevorzugen auch weiterhin ein manuelles Einsetzen der Grafts in die Kanalöffnungen zumal durch eine abgestufte Behandlungsprozedur (500 bis 800 Haarfollikel pro Einheit) eine schnelle Blutversorgung der Grafts gewährleistet werden kann. Es gibt auch keinen Anhaltspunkt, dass Vernarbungen im Empfangsbereich durch den DHI-Implanter  vermieden werden können oder geringer ausfallen.
 
– Wuchsrichtung und Winkel der Grafts

Die spätere Wuchsrichtung der Grafts und der Wachstumswinkel hängen vom richtigen Einsetzen der Haarfollikel bzw. Haarwurzel ab. Fälle, in denen der Haarwuchs nach einer Haartransplantation zu einem unnatürlichen Erscheinungsbild geführt hat, wurden in der Regel von Ärzten mit geringem Erfahrungshorizont oder Billiganbietern bekannt. Aus diesem Grund bedarf es keiner kontrollierten Mechanik durch einen DHI-Implantationsstift, um die Wuchsrichtung einer kompletten Haarlinie natürlich zu gestalten. Es liegt einzig in der Erfahrung des behandelnden Arztes, ob er dieses selbstverständliche Ergebnis durch das richtige Einsetzen der Grafts unter Berücksichtigung der Lage der Haarwurzel erzielt.
 
Gegenwärtig verwendet nur eine Minderheit von Haarchirurgen die DHI-Methode (weniger als 10 %). Wie bei allen Methoden und Techniken bedarf es auch hierbei langer Erfahrung und Praxis. Die oftmals vielversprechenden Behauptungen erweisen sich bei genauer Betrachtung als Marketingstrategie, da es keinen nachweisbaren Vorteil für den Einsatz des DHI-Implanters gibt. Nachteilig erweist sich allerdings der erhebliche Zeitaufwand, der für eine Haartransplantation nach dieser Methode entsteht und deshalb zu einer unnötigen Kostensteigerung führen dürfte. Für weitere Informationen oder Anfragen, bitten wir Sie uns zu kontaktieren. 

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